Fantasievoller Beitrag zum Schützenspaß: Die Kaiserjäger-Kompanie mit ihrer lebenden „Bierkiste“. – © Sylvia FrevertExtertal-Bösingfeld. Gruß, Meldung, Gruß. Das geht bei den Schützen normalerweise zack, zack. Ganz anders beim Schützenspaß am letzten Schützenfesttag am Montagnachmittag auf dem Bösingfelder Rathausplatz. „Wir hätten da noch eine Kleinigkeit“, mit diesem ungewöhnlichen Einstieg zur Meldung an Major Guido Deppe präsentierten die angetretenen Kompanien und Spielmannszüge ihren Beitrag zum Schützenspaß.

Nachdem das Königshaus um Schützenkönig Lutz Brakemeier und seine Königin Petra Deppe bereits etwas „derangiert“ mit nicht zueinander passenden Schuhen nach dem Vorbild eines nicht näher genannten Schützenkollegen aus der 3. Kompanie Aufstellung genommen hatten, musste auch die 4. Kompanie „Probleme“ anmelden.

Hauptmann Uwe Meierkordt vermeldete: „Neun Spitzenkräfte zum Getränkenachschub-Besorgen abgestellt. Diese sind noch vermisst“. Zu ihm gesellte sich Ralf Klemme, Hauptmann der 2., der Kaiserjäger-Kompanie, der ähnliches zu berichten hatte. Aber dann rollten die vermissten Untertanen als Bierflaschen verkleidet in einer übergroßen Getränke-Kiste auf den Marktplatz.

Nahezu vollständig angetreten waren dagegen, so die Meldung von Christine Meierkordt, der Ehefrau des Hauptmanns: „Zehn Ehefrauen, drei Lebensgefährtinnen, vier Töchter und weitere eventuelle Kinder“, die ihren Schützengatten und –vätern nicht das unter Schützen übliche „Gut Schuss“, sondern einen „Dicken Kuss“ mit auf den Weg gaben.

Die Alverdisser Abordnung unter Hauptmann Willi Düwel brachte ein vollzähliges Lipperland-Orchester mit, das laut Orchesterleiter Peter Werpup sogar mit „zwei Möchtegern-Schlagzeugern“ ausgestattet war. Schlagzeug war wiederum das Stichwort für die Meldung des Spielmannszuges „Die Musketiere“ aus Barntrup. Deren Drummer wurden von Roberto Uceda als „Tiger im Käfig“ beschrieben, die auch einmal auf dem Schützenfest „den Tiger raus lassen wollten“. Dies taten sie mit einem mit Jubel und begeistertem Applaus quittierten Solo-Stück mit zehn verschiedenen Trommeln.

Rhythmus-Gefühl bewies auch die 3. Kompanie mit Hauptmann Jochen Rath, die dem Eurovision Song Contest Konkurrenz machten und den Queen-Song „We will rock you“ stampfend marschierten und in „Wir sind Schützen“ umwandelten. „Zwölf Punkte kriegt ihr dafür“, zeigte sich der Major begeistert. Im Gegenzug gab es von Hauptmann Rath für den „letzten Gefechtstag“ noch einen Adelsschlag für Schützenkönig Lutz Brakemeier in Form einer aufblasbaren Königskrone.

Die Damenkompanie, die Damenoffiziere, die Forellentaler Bläser – alle beteiligten sich am Schützenspaß, der den zahlreichen Gästen auf dem Markplatz und dem amtierenden Königshaus viel Spaß machte.

Quelle: Lippische Landeszeitung – Ausgabe vom 11.07.2017 (online frei zugänglich)